Gibt es sie, die strategischen Konsumenten?

· Mai 26th, 2009 by martin

gorillalogoKeinem in dieser Hauptstadt Ansässigen, der sich auch nur annähernd ernsthaft mit Ernährung auseinandersetzt kann es eigentlich wurst sein, was unsere Gastrolandschaft so zu bieten hat. Neben all den verschiedensten und zum Teil abenteuerlichen systemgastronomischen Konzepten ein 100 % Bio-Fastfood – Angebot zu wissen, war mir immer sehr sympathisch. Auch wenn ich KEIN Vegetarier bin. Aber ich habe des öfteren bei Gorilla die Erfahrung gemacht, dass es mir nach dem Essen besser ging, als beim Asiaten, Italiener, Inder undsoweiter. Ich habe mich leichter gefühlt, voller Energie und doch satt. Und dann noch der schöne Zusatznutzen, denn man wollte doch ohnehin schon lange gewissenstechnisch-verantwortungsmäßig etwas für seine CO2 Bilanz tun. Ein Besuch bei Gorilla liefert das alles.

Matthias Rischau, Geschäftsführer des BioVeggieFastfood-Angebots Gorilla muss jetzt kämpfen. Sein Investor möchte nicht mehr weiter zuschiessen, denn noch ist Gorilla nicht profitabel. Was dies in Zeiten wie diesen bedeutet, ist klar. Drohende Zahlungsunfähigkeit, dann Gläubigerschutz beantragen, der ganze geordnete Prozess einer Insolvenz. Will die Idee überleben, braucht Matthias schnellstmöglich neue Partner. Im Klartext: bis Ende Juni. Wenn dann keine Lösung gefunden ist, werden die geschaffenen Werte an den Meistbietenden veräußert. Kontrolle darüber, wer die Filetstückchen bekommt, gibt es nicht. Soviel Herzblut investiert und dann kommt die nächste Döner-Bude? Kein Spass.

Aber Business ist Business. Sentimentalitäten oder Wehleidigkeiten sind da nicht angebracht. Schön, dass Matthias so offensiv mit der Situation umgeht. Vielleicht ist ja die Fastfood-Welt noch nicht reif für Qualität und Anspruch, vielleicht gibt Billig-Berlin nicht das Fundament her um ein solches Anti-Programm zum Erfolg zu führen. Aber kampflos aufzugeben, wäre ein Verrat an der Idee. Nur verbiegen will er sich nicht lassen.

Ich persönlich glaube, dass noch viel zu wenig Leute davon wissen, wie gut man bei Gorilla isst, vielleicht gibt es bei denen die davon wissen, aber es noch nie ausprobiert haben auch eine gewisse Schwellenangst. Wasweissich. Wenn es gelänge, in diesen letzten entscheidenden Wochen möglichst viele Neu-Kunden in die vier Restaurants zu bringen, dann gibt es vielleicht die Chance zu dokumentieren, dass es einen Bedarf gibt in dieser Hauptstadt, dass neue Gorilla-Partner Lust darauf bekommen die noch notwendige Geduld aufzubringen um die letzten Kinderkrankheiten zu überwinden und das Konzept zum Erfolg zu bringen. Für eine bessere, gesündere Ernährung, für die Abwechslung, ja, und für weniger Treibhausgasemissionen.

Also tragt hinaus die Kunde, EAT/ACT NOW! Lockt eure Freunde in die vier Gorilla-Restaurants. Es wäre ein Triumph der lange schon beschworenen “Abstimmung zu Fuße”, für ein gastronomisches Konzept, das es mehr als nur wert ist am Leben zu bleiben.

Liebe Grüße,
Martin Brem (Gorilla Retten)

One response to “Gibt es sie, die strategischen Konsumenten?”

  1. Gorilla retten! « schœner.wærs.wenns.schœner.wæram 27. Mai 2009 um Mai 27th, 2009 Uhr

    [...] · Keine Kommentare Oh nein! Gerade erreichte uns über eco[fashion]junkies die Meldung, dass Gorilla Natürlich Fastfood dringend neue Investoren sucht, um überleben zu [...]

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